Dr. med. Bettina Breitkopf
Ärztliche Psychotherapeutin

„Nicht unsere Stimmungen
prägen unsere Gedanken:
Es sind unsere Gedanken,
die über unsere Stimmungen
entscheiden.“ (Aaron T. Beck)

Erste Schritte – Vorgespräche

Der Sinn des Vorgespräches (bis max. 5 Vorgespräche werden von den Kassen i.a. bezahlt) besteht aber nicht nur darin, die passende Therapieart herauszufinden, sondern auch um festzustellen, ob man sich „wohl“ fühlt, ein gutes Bauchgefühl hat; sich vorstellen kann, miteinander wirklich effektiv und hilfreich zu arbeiten.
Es muß für beide Seiten passen, Patient wie Therapeut. Durch die ungewohnte Situation, daß man sich einem bislang fremden Menschen öffnet, ist es für den Patienten aber natürlich weit wichtiger herauszufinden, ob es „zwischen den Zeilen passend“ ist. Somit hängt eine erfolgreiche Psychotherapie nicht nur von Methode, Können und Einfühlungsvermögen des Therapeuten ab, sondern auch von dessen eigener Persönlichkeit.

Ein Punkt, der mir persönlich besonders wichtig scheint, ist gegenseitiger respektvoller Umgang. Gerade im sensiblen Bereich der Psychotherapie finde ich es enorm wichtig, sich immer und immer wieder daran zu erinnern, wie es einem selber in ähnlicher Situation erginge. Das bedeutet nicht Kumpelhaftigkeit, jedoch das stete Bemühen ein „Oben- Unten“ soweit wie irgendwie möglich zu vermeiden und nur dann klar direktiv zu sein, wenn es – absolut frei von eigenen Eitelkeiten – medizinisch notwendig ist.

Vor dem Vorgespräch wäre es hilfreich und sinnvoll, sich Gedanken zu machen, was tatsächlich verändert werden soll, was erreicht werden sollte, seit wann der Zustand so ist, daß man jetzt professionelle Hilfe sucht. Eine erfolgreiche Psychotherapie hängt eben nicht nur vom Engagement des Therapeuten ab. Der theoretisch beste Therapeut verliert jegliche Einflußmöglichkeit, wenn das Gegenüber nur „zur Besserung getragen werden möchte“. Psychotherapie bedeutet – für beide – echte Arbeit.